Adria Veloferien - Peter Schär


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5.Woche

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Veloferien Gatteo a Mare, Italien
5. Woche 12.-19. Mai 2012 Elektro- und Tourenvelos.

Eine kleine Gruppe von 11 Teilnehmern traf sich an der Meile in Lyssach. Exakt um 23.00 Uhr war Abfahrt und bald fiel der grösste Teil in den Schlafmodus. Nach dem Gotthard war wegen eines Unfalles für 1.5 Std. Stillstand. Dann ging es ohne Pause bis ans Ziel, wo uns die grosse Rückreisegruppe erwartete.

Am Samstagnachmittag bereits der erste Ausflug. Chef Peter führte die E-Biker- Rita die mit Tourenvelos. Aber der Start ging nicht so schnell. Peter’s Stromer gab keine Unterstützung. Den Akku zu Hause vergessen, das leere Rahmenrohr zur Genüge aufgeladen,…? Den Spott hatten wir Teilnehmer nicht vergessen. So ging es halt für Peter mit Muskelakku an die Berge. Und siehe da, mit etwas „herumfingerle“ an den Kabeln, war der Stromer wild und Peter konnte die Berge- sichtlich hocherfreut- gemütlich angehen. Am Abend nach der Tour ein Bad im Meer, was auch gleich das letzte war.

Denn am Sonntag hat es den ganzen Tag geregnet, gestürmt, das Meer wurde kalt und dreckig aufgewühlt. Das war ein struber Tag, ein Tag zum einkaufen, käfele und plaudern. Doch alle waren mal draussen, auch am peitschenden Meer und kamen nass oder gar durchnässt nach Hause.

Der Tag darauf war umso schöner. Es war sonnig und die Bergetappe wurde mit klarer Sicht belohnt.
Wir hatten einen Gast: Rutschi Hans mit seinem Karbonvelo, einer der dem Giro d‘Italia entwichen ist. Erstaunlich, überall in den schönsten Bergbeizlis und Gelaterias tauchte Karbon-Hans aus heiterem Himmel auf. Karbon-Hans, weil es so viele Hausis gab und Verwechslung an der Tagesordnung war.

Unsere E-Bike Mannschaft wurde wie folgt eingereiht: an der Spitze Chef Peter mit dem Stromer, dann zwei Farmer-Ehepaare mit schnellen Flyern und als Schlusslicht hoch wie ein Kutscher auf dem Bock ein langsamer Flyer. Die Einteilung entspricht auch gleich etwa dem Jahrgang. Der Jüngste vorab, der älteste mit 66 Jahren zuhinterst. Im übrigen sind wir Teilnehmer der fünften und letzten Woche alle so um das zarte Rentenalter.
Zurück zur Tour: Es ging zur Passhöhe Grillo, siehe da, da war auch Karbon-Hans anzutreffen. Runter nach Secchiano und dem Fluss Marecchia entlang. Wir fuhren in ein Schwemmgebiet hinter einem kleinen Erddamm, den Naturweg hatten wir verpasst und gerieten in eine Sackgasse. Den Jüngsten, Chef Peter schickten wir vorab. Aber oh je, er geriet in den Sumpf. Die Räder des schönen Stromer`s versanken im Lehm, beim herausretten entsprechend auch das Schuhwerk. Peter der Grosse war mindestens 3cm grösser und mit jedem Schritt im Kies einen weiteren. Die Lehmmasse war derart klebrig, dass eine Reinigung mit Ast-und Blätterwerk notwendig war. Der Kutscher legte sich ins Zeug, die Schuhreinigung erfolgte professionell wie es ein Klauenputzer macht, was die Farmer bestätigten. Die Strafe kam sofort, auf der Geraden zogen die schnellen Flyer und Stromer davon, das Schlusslicht wurde im Wind stehen gelassen. Denn bei 25km/h ist beim langsamen E-Bike ende, der Rest muss selber getreten werden, was mit 29km/h und Gegenwind kurzfristig auch noch beachtlich ist.


Beim Ausflug am Dienstag konnte gleich Kurzärmlig-und Beinig gestartet werden, so warm war es.
Gerhard vertraute dem Wetterbericht und musste bald die langen Hosen hochkrempeln. Der Weg führte über das kopfsteinpflasterige Cesena, vorbei an den Gelaterias, welche durch die Erschütterungen schwer ersichtlich waren. Als wir wieder sehen konnten, erschien auch gleich das Dörfli Bertinoro und siehe da, da waren die Tourenfahrer im Pizzeriagärtli schon am Werk. Wie üblich, aus heiterem Himmel auch Karbon-Hans. Dasselbe Spiel im Hafen von Cesenatico, wo wir bei Bier und Pizzastückli dem Hafentreiben zuschauen konnten. Köstlich war das Fotoshooting einer Truppe junger Menschen die dem Smart Auto eine neue Lebensphilosophie einhauchten. Gefallen hatte uns besonders jene Dame, die in hochhackigen Schuhen im besten Chrützlistich laufen konnte.
Eindrucksvoll war die gemeinsame Fahrt dem Meer entlang von Cesenatico nach Gatteo Mare. Was da im Sommer abgeht kann man erahnen.


Am nächsten Tag regnete es erneut. Was zu tun ist haben wir ja schon am Sonntag gelernt. Doch am Mittag ist es dem Regen selber verleidet und wir konnten eine Tour in Erwägung ziehen.
Zur Animation hierzu kam Chef Peter im cool gestylten Velodress. Ebenfalls ein Farmerpaar war überzeugt zu gehen. Ein Greenhorn, der Kutscher kam daher, sah aus wie ein Haubentaucher mit gelben Flossen und der Kauf der gelben Schuhüberzieher überzeugte nicht mehr und wurde auch nicht gebraucht. Die Strassen waren trocken und die Runde von 54km ein Erfolg. Zum Nachtessen erschien unsere Leiterin Rita, welche beruflich für 3 Tage zurück in die Schweiz gereist war. In dieser Zeit übernahm Jürg die Stellvertretung.


In ähnlicher Manier ging es am nächsten Tag weiter.
Da die Gegend sehr fruchtreich ist, hörten wir von unseren Farmern allerlei Ausdrücke, die wir kennen oder eben nicht kennen. Gräser und Gewächse wurden nach Eiweiss, Kohlenhydraten und Energie eingeteilt. Etliche tragen auch verschiedene Prozentanteile.
Chef Peter bediente uns auch mit frischen Erdbeeren. Er warf die Beeren über einen Graben uns zu, bis der Bauer kam und wir Leine zogen.
Wie immer nach dem Abendessen besuchten ein paar von uns die angestammten Lokale. Ein Lokal heisst „Loebecke“ das andere zum „Chrigu“. Überall gab’s leckere Sachen.


Der Freitag war der letzte sportliche Tag. Höhenmeter waren angesagt. An dem offenbar bekannten 18 Kurvenberg mussten wir Elektrofahrer auch recht streng in die Pedale treten um das Ziel S.Giovanni in Galilea zu erreichen. Kurz vor der Höhe überholten wir unsere Tourenfahrer. Helm ab von der Leistung dieser Mannschaft. Franz -in Begleitung von Rita, hatte aber zu jeder Zeit noch Luft um mit ihr zu reden. Gemeinsam nahmen wir das Mittagessen ein. Franz verputzte gleich vier grosse Teller Teigwaren.

Technisches:
Die E-Biker fuhren in der Woche 432km. In Tagesetappen von 40, 87, 90, 54,85,76 km.
Meine persönliche Erfahrung: Mit dem Flyer bis 25km/h (langsamer), der Version 2012.
Akku 36V, 12Ah, Ein Akkuinhalt von 432Wh hat für alle Tage immer gereicht. Bei der Tagesleistung von 90km und 76km mit etwas mehr Steigung war es knapp. Einen zweiten Akku bei sich zu haben ist beruhigend.
Die Nexus 8-Gang Nabenschaltung hat durchaus gereicht und war auch in den Steigungen mit etwas Übung gut zu schalten.

Nun wünsche ich allen Velobegeisterten einen schönen Sommer.
Ruedi Iseli



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